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Spender mit Mens-Produkten in der Toilette der Ref. Kirche in Ägeri.
26. März 2026

Reformierte Kirche in Ägeri startet Pilotprojekt: Freie Abgabe von Mens-Produkten

Die reformierte Kirche in Ägeri startet als Pilotbezirk der Kantonalkirche ein Projekt zur freien Abgabe von Menstruationsprodukten. In zwei Damentoiletten und der barrierefreien Toilette hängen Spender mit Periodenprodukten, die frei verfügbar sind.

Medienmitteilung vom 25.03.2026

Initiiert wurde das Projekt von Pfarrerin Katrin Frey, die mehrere Jahre in London lebte und während dieser Zeit zu der Idee inspiriert wurde. In England sind in vielen Pubs und am Arbeitsplatz diese Spender selbstverständlich, was Frey sehr beeindruckte. In Berlin sah sie ein ähnliches Kirchenprojekt und konnte die Idee nun in der reformierten Kirche in Ägeri umsetzen.

Tabu Periodenarmut

Für Katrin Frey ist das Pilotprojekt mehr als praktische Hilfe. «Es ist ein tief feministisches Anliegen.» Menstruation sei ein natürlicher Vorgang, werde aber oft tabuisiert oder belächelt. Wer blute, müsse dennoch funktionieren – in Schule, Beruf und Alltag, manchmal unter Schmerzen. «Es geht um Sichtbarkeit und Würde.» Die Pfarrerin ist gleichzeitig im Vorstand für feministische Theologie.

Der Begriff «Periodenarmut» wurde ihr erstmals in London im Zusammenhang mit Obdachlosigkeit bewusst. Auch wenn das Problem in der Schweiz weniger sichtbar sei, gebe es Armut – auch im reichen Kanton Zug. «Es kann jede Person treffen, dass die Periode überraschend einsetzt und kein Produkt zur Hand ist», sagt Frey. Städte wie Zürich stellen inzwischen in öffentlichen Einrichtungen kostenlose Produkte bereit. 

Auf dem Weg zu mehr Sichtbarkeit

Mit dem Projekt will die Reformierte Kirche sensibilisieren, Würde stärken und unkompliziert helfen. Finanziert wird es über bestehende Sachmittel – vergleichbar mit Toilettenpapier oder Seife. «Es ist Aufgabe der Kirche, Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen und dort zu unterstützen, wo es möglich ist», findet Frey. Derzeit läuft die Testphase. Bewährt sich das Angebot, können weitere Kirchen der Reformierten Kirche Kanton Zug nachziehen. Ein kleiner Schritt – hin zu mehr Selbstverständlichkeit.

Zur Person
Katrin Frey ist seit 1. September 2025 Pfarrerin für die erste Lebenshälfte in der reformierten Kirche in Ägeri. Sie stammt aus dem Kanton Baselland und studierte Theologie in Basel. Nach ihrem Masterabschluss lebte sie sieben Jahre in London und arbeitete dort in unterschiedlichen Institutionen. 2,5 Jahre hatte sie das Präsidium der Swiss Church in London inne. Frey absolvierte ihr Vikariat in der ref. Kirchgemeinde Sihltal und wurde 2025 im Kanton Baselland zur Pfarrerin ordiniert. Sie ist ausserdem im Vorstand für feministische Theologie.

 

Auskunft & Kontakt

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