
Charlotte Mace im Interview zur Wahl als BKP-Präsidentin
«Alle um mich herum haben mich vorbehaltlos unterstützt», so die 22-jährige frisch Gekürte, die am 15. März 2026 in ihr neues Amt gewählt wurde. Mace ist ein Beispiel für eine Reihe von jungen Menschen, die zuletzt Verantwortung in unserer Kirche übernommen haben. «Charlie», wie sie in Cham liebevoll genannt wird, hat eine genaue Vorstellung davon, auf welche Weise sie als BKP-Präsidentin Impulse setzen will.
Mit 22 Jahren bist du die jüngste Präsidentin einer Bezirkskirchenpflege (BKP) weit und breit. Wie kommt man auf die Idee, so jung für dieses Amt zu kandidieren?
Ich bin seit mehreren Jahren als Lagerleiterin aktiv und seit zwei Jahren gewähltes Mitglied in der BKP Cham. Daher kenne ich das gesamte Umfeld sehr gut.
Im Rahmen eines gemeinsamen Schulprojekts, ich studiere an der Pädagogischen Hochschule Zug, hat meine Vorgängerin Edith Heeb irgendwann erwähnt, dass sie von ihrem Amt zurücktritt und in mir eine geeignete Nachfolgerin sieht.
Ich – so jung und noch in der Ausbildung? Mir kamen Zweifel. Doch Edith bestärkte mich. Sie bot mir an, ihr bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Und dann habe ich mir einen Ruck gegeben.
Was bringst du mit, um die Rolle auszufüllen?
Meine grundsätzliche Offenheit gegenüber anderen Personen, Meinungen und Ideen ist sicher eine Grundvoraussetzung für alles Weitere. Die Kirche ist für mich wie eine zweite Familie. Wenn ich dazu beitragen kann, dass es ihr gut geht, bin ich glücklich.
Ich handle zielorientiert und verfüge über ein gutes Durchhaltevermögen auch in schwierigen Situationen – das hilft.
Wie siehst du deine Rolle als Präsidentin?
Auf der einen Seite sind da die Routineaufgaben, die Aufmerksamkeit brauchen: Sitzungen vorbereiten und leiten, kleinere Anlässe organisieren, im Bezirk präsent zu sein und ihn nach aussen zu vertreten.
Darüber hinaus, und da ist mir Edith Heeb ein Vorbild, möchte ich dem Amt eine persönliche Prägung geben. Ich bin offen, kreativ und strukturiert. Diese Eigenschaften sollen in meiner Amtsführung deutlich erkennbar sein.
Was sind deine Ziele, welche Impulse möchtest du setzen?
Die Menschen finden nicht mehr automatisch zu uns, auch die jungen nicht. Ich sehe auch eine Lücke bei Angeboten für Menschen in der Altersgruppe von 30 bis 55 Jahren. Da haben wir ein Defizit.
Mein Idealbild ist eine generationenübergreifende, lebendige Gemeinschaft, in der sich Menschen jeden Alters wohlfühlen können. Dafür möchte ich mich einsetzen.