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Triangel 2.0

Die Triangel Beratung ist eine Dienstleistung der Reformierten Kirche Kanton Zug. Seit dem Jahr 2000 bietet sie Schuldenberatung an. Die Nachfrage nach dieser Dienstleistung ist sehr hoch. Ein Grund dafür ist sicher auch, dass die Beratung – einzigartig im Kanton Zug – für Klientinnen und Klienten kostenlos ist. Für die Finanzierung kommen die Reformierte Kirche Kanton Zug und der Kanton Zug auf.Nun ist Triangel Beratung ist neu aufgestellt. Das Angebot bleibt aber so umfassend und professionell wie eh und je.

Die Zukunft der Schuldenberatung
Sieben Prozent der Bevölkerung des Kantons Zug lebt an oder unter dem Existenzminimum. Aber auch wohlhabendere Menschen sind vor der Schuldenfalle nicht gefeit, wenn sie den finanziellen Überblick verlieren. Triangel Beratung bietet Hand – auch in Zukunft.

Keine Subventionen mehr?
Allerdings: Im Juni 2017 erhielt Triangel Beratung die Nachricht, dass der Kanton die 2019 auslaufende Subventionsvereinbarung nicht mehr erneuere. Ein Drittel des Budgets für die Schuldenberatung wäre damit entfallen, die Dienstleistungen hätten angepasst werden müssen. Der für Triangel Beratung zuständige Kirchenrat Thomas Hausheer reagierte im Jahresbericht 2017 der Reformierten Kirche Kanton Zug mit Unverständnis auf den kantonalen Entscheid. Schliesslich lohne sich «auch für die Gemeinden und den Kanton die Unterstützung», kommentierte er damals. Denn: Es kämen – je nach Studie – «pro eingesetztem Franken im Durchschnitt drei Franken zurück. Da ein Grossteil Steuerschulden sind, profitiert auch die öffentliche Hand davon ganz direkt». Mittlerweile hat der Regierungsrat des Kantons Zug seinen Entscheid aber überdacht, die Kündigung der Subventionsvereinbarung wurde zurückgezogen – und stattdessen wurde gar eine Leistungsvereinbarung zugesichert.

Wartefristen abgebaut
Das Schuldenberatungsteam von Triangel Beratung ist froh über den Sinneswandel, denn es steckt bis über beide Ohren in Fällen. Bei Antritt des neuen Triangel-Stellenleiters André Widmer im Mai 2017 war die Nachfrage so hoch, dass die Wartefristen für ein Erstgespräch sechs bis zehn Wochen betrugen – ein unhaltbarer Zustand, da Entschuldungsprozesse meist überaus zeitsensibel sind. «Ich sprang deshalb nach meiner Weiterbildung ein, um die Warteliste innerhalb nützlicher Frist abzubauen», sagt André Widmer.

Hilfreiche Aufstockung
Im Rahmen einer Vorlage an den Grossen Kirchgemeinderat (GKGR) bat Triangel Beratung im November 2018 deshalb darum, den bestehenden Rahmenstellenplan von 540 Stellenprozenten ausnützen zu können – denn zu diesem Zeitpunkt wurden nur 510 Stellenprozente genutzt. Es sollte, so die Vorlage, in Zukunft auch möglich sein, im Rahmen eines Maximalpensums von 540 Stellenprozent die Gewichtung unter den Beratungsangeboten je nach aktuellem Bedürfnis frei zu verteilen. Diese absolute Flexibilität lehnte der GKGR zwar ab. Jedoch bewilligte er die zusätzlichen 30 Stellenprozente. «Für uns ist dies ein sehr gutes Zeichen, da wir in Zukunft sowieso vermehrt in der Prävention tätig sein wollen», sagt André Widmer.

Prävention bringt's
Triangel Beratung wird immer wieder vor allem von Schulen für Präventivlektionen über Finanzen angefragt. «Es ist wichtig, den Umgang mit Geld möglichst früh zu lernen – das zeigen verschiedene Studien», sagt André Widmer. «Wir möchten in Zukunft verstärkt in der Oberstufe und bei der Berufslehre ansetzen.» Rückmeldungen zeigten, so der Triangel-Stellenleiter, dass diese Finanzlektionen von den Jugendlichen durchaus geschätzt würden. Ein weiteres Zielpublikum für Prävention sollen die Senioren werden. Widmer: «Viele Seniorinnen und Senioren sind heute von Ergänzungsleistungen abhängig. Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen im Alter nicht in eine Schuldenfalle schlittern.» Dem Schuldenberatungsteam wird in Zukunft also die Arbeit nicht ausgehen – denn im Zeitalter von Kreditkarten, Onlineshopping und vielen Versuchungen mehr dürfte die Nachfrage nach Schuldenberatung in absehbarer Zeit kaum weniger werden.

www.triangel-zug.ch

Text: Erik Brühlmann, Kirche Z 2/2019

 

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