Seelsorge im Café

Ein neues ökumenisches Projekt will mit einem Seelsorgecafé in der Bauhütte St. Oswald für das Thema «Einsamkeit» in der Zuger Bevölkerung sensibilisieren und der Einsamkeit entgegenwirken. Das Projekt kommt im Dezember vor die katholische Kirchgemeindeversammlung.

Seelsorge im Café? Die Idee ist zwar nicht generell neu, aber sie ist neu für Zug. Aus verschiedenen Gründen hat die Pfarrhaustür an Bedeutung verloren. Gefragt sind neue Angebote, die persönliche Kontakte zu Seelsorgepersonen und Sozialarbeitenden ermöglichen. Ein ökumenisches Angebot spricht kirchenferne Menschen eher an.

Offene Bauhütte
In der Bauhütte gegenüber der St.-Oswald-Kirche soll ein «Café für Begegnung und Beratung» betrieben werden. Unabhängig von Alter, Beruf und Interessen, ob allein oder als Gruppe, treffen sich Menschen in der Bauhütte. Sei es, um zu plaudern, um sich auszuruhen, um im Garten ein Buch zu lesen, um nicht allein zu sein oder um ein Anliegen zu besprechen. Grundsätzlich besteht Bedarf nach einem solchen Angebot: Ein Workshop mit den zehn wichtigsten sozialen Institutionen der Stadt Zug hat klar aufgezeigt, dass es in Zug viel Einsamkeit gibt. Die Konsumation im Café ist freiwillig. Wer gern einen guten Kaffee oder ein alkoholfreies Getränk geniesst, bekommt die Erfrischung von der Gastgeberin oder vom Gastgeber serviert. Man kann auch einen Kaffee verschenken: einen «Caffè sospeso». Das Prinzip ist, im Voraus einen Kaffee zu spendieren, damit irgendwann jemand davon profitieren kann, der sich keinen leisten kann.

Ökumenisch
Neben einer Gastgeberin oder einem Gastgeber ist während der Öffnungszeiten auch eine Seelsorgerin oder ein Seelsorger für ein persönliches Gespräch vor Ort. Das Angebot ist unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit. Ein Gespräch soll jederzeit unkompliziert und niederschwellig möglich sein. Sowohl die Katholische als auch die Reformierte Kirche verfügen über eine hohe seelsorgerische Kompetenz und bilden deshalb die ökumenische Trägerschaft des Projekts. Das Angebot will alle Menschen ansprechen. Die Bauhütte mit der gemütlichen Atmosphäre und dem idyllischen Charme eignet sich ganz besonders dafür. Bei schönem Wetter lädt der tolle Garten zum Verweilen ein.

Rundherum praktisch
Mit diversen Buslinien bis zum Kolinplatz ist die Bauhütte gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen. Das Café soll von Dienstag bis Freitag von 9.30 bis 16.30 Uhr betrieben werden. An Wochenenden und an Abenden bleibt genügend Raum für den Kirchenkaffee nach den Gottesdiensten und für anderweitige Nutzungen wie Sitzungen, Apéros oder andere gesellschaftliche Anlässe. In der Bauhütte ist praktisch alles vorhanden, was es für einen gelungenen Start des Cafés benötigt. Da es sich beim Projekt vorerst um eine dreijährige Probephase handelt, sollen keine grossen Investitionen getätigt werden.

Text: Kirche Z 10/2020, Susanne Klass-Auf der Maur, Mitglied Projektleitung
 
   

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