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Die wichtigsten Persönlichkeiten der Reformation

Ende September waren in Zug jugendliche Mönche unterwegs. Sie lösten Rätsel, kochten Eier und verheirateten Passanten. Anlass war der Merci-Tag der Reformierten Kirche Zug. «Es war ein voller Erfolg und machte irrsinnig Spass», so die Organisatorin Sarah Bally.

Mit dem Merci-Tag dankt die Reformierte Kirche Kanton Zug den Jugendlichen, die sich engagieren. «Die Erwachsenen, die Freiwilligenarbeit leisten, erhalten zum Dank ein Essen mit einem speziellen Rahmenprogramm», sagt Sarah Bally, eine Mitorganisatorin des Merci-Tags. So etwas sei aber nicht unbedingt spannend für Jugendliche, «deshalb lassen wir uns für die jungen Helfer und Helferinnen etwas Abenteuerlicheres einfallen.» Mit dem diesjährigen Anlass fand der Merci- Tag bis jetzt vier Mal statt; letztes Jahr etwa spielten die Jugendlichen eine Art Monopoly in Luzern, und zuvor fuhr die ganze Truppe nach Zürich, um in einem rasanten Stadtspiel Mister X zu suchen. «Nun wählten wir aus aktuellem Anlass die Reformation als Spielthema», sagt Sozialdiakonin Sarah Bally. Und auch dieses Jahr liessen sich die Organisatorinnen ein abwechslungsreiches Spiel mit verschiedenen Posten und einer Art Stadt-OL einfallen. Während des Merci-Tags 2017 in Zug lösten die Jugendlichen Rätsel rund ums Thema Reformation, und sie bewältigten herausfordernde Aufgaben – wie das Rösten von Marshmallows mitten in der Stadt.

Mönche mit Smartphones
«Vor wenigen Minuten wurdet ihr ins dunkle Mittelalter befördert. Mit einem Bein steht ihr im Jahr 2017 und mit dem anderen seid ihr im Jahr 1517 gefangen. Damit ihr nicht entdeckt werdet, haben wir euch Kutten zur Tarnung besorgt.» So begann das Spiel, bei dem die Jugendlichen mit viel Geschick und Wissen allerlei Aufgaben lösten, um Luther zu helfen und um die Reformation zu unterstützen. Dabei mussten sie etwa für einen Kardinal ein Frühstücksei kochen, zwei erwachsene Passanten vermählen und der Zuger Bevölkerung Ablassbriefe verkaufen – selbstverständlich wurde alles zum Beweis mit dem Smartphone dokumentiert. In einem weiteren Teil beantworteten die Jugendlichen schwierige Fragen zu den wichtigen Persönlichkeiten der Reformation (siehe Kasten). Letztlich fanden sie dann die eine Person, auf die es besonders ankommt: sie selbst. «Es ist enorm wichtig, dass den Jugendlichen bewusst wird und sie erleben, welch grossen Wert sie als genau jene haben, die sie sind», sagt Sarah Bally zur Botschaft des diesjährigen Merci-Tags.

Selbstwert und Selbstwirksamkeit
Die 28 Jugendlichen, die am Merci-Tag dabei waren, hatten sich bei den unterschiedlichsten Anlässen der Reformierten Kirche Kanton Zug engagiert. Die meisten sind Jungleiter bei Kinder- und Jugendsommerlagern, oder sie begleiten Kinder an gemeinsamen Themennachmittagen wie Kerzenziehen oder einer Osterwerkstatt. Die jugendlichen Helfer fungieren so als eine Art Brückenbauerinnen und Brückenbauer zwischen den erwachsenen Sozialdiakonen, den Pfarrpersonen und den Kindern. «Die Jugendlichen bringen ihre eigene Sichtweise mit und sind näher an der Denkweise der Kinder», sagt Sarah Bally. Sie betont die Wichtigkeit der jugendlichen Helfer und Helferinnen, welche die Leiter bei den diversen Anlässen der Kirche entlasten. «Zudem haben sie viele Fragen und scheuen sich nicht, alte Muster anzuzweifeln.» Das sei für die Arbeit der Kirche enorm wichtig, ist die Sozialdiakonin überzeugt. «Gleichzeitig wollen wir den Jugendlichen Unterstützung und Halt bieten», so Sarah Bally. Es sei äusserst wichtig, den Fokus auf die eigenen Fähigkeiten zu legen, diese weiterzuentwickeln und in die Gesellschaft einzubringen.

Text: Nena Morf, Kirche Z 11/2017

Hier kannst du dabei sein!
In den einzelnen Bezirken können sich Jugendliche auch sporadisch bei vielen Anlässen und Lagern engagieren und einbringen. Anfragen an: die zuständigen Sozialdiakonen oder Pfarrpersonen des Bezirks. Das Rüstzeug zur Jungleiterin oder zum Jungleiter können sie sich in den einzelnen Modulen der Jungleiterausbildung erwerben. Anfragen an: Sarah Bally, Koordination für die Jungleiterausbildung, sarah.bally@ref-zug.ch

 

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